Queen of Herzschmerz

Ein Herz fällt auseinander. Es zerbricht nicht, es zerfällt einfach in seine Einzelteile. Die Richtung fehlte, in die es streben konnte, die einzelnen Teile waren sich nicht einig genug, und so entschieden sie sich einfach jeder seinen eigenen Weg zu gehen. Das Gehirn rief ihnen noch hinterher “Kommt zurück! Zusammen kriegen wir das schon wieder auf die Reihe!”, doch die Herz-Teile hatten genug von den leeren Versprechungen des Gehirns und taten so, als wären sie schon zu weit weg um es noch hören zu können. Wie kann man so ein zerfallenes Herz schon davon überzeugen, dass die Richtung des einen Teils richtiger war, als die eines anderen?

Wenn ich nicht ganz so viel Zeit habe, oder einfach kurz einen Gedanken loswerden will, speichere ich die Sätze einfach hier als Entwurf ab, und vergesse sie dann ganz schnell wieder. So haben sich schon einige Gedankenfetzen und angefangene aber plötzlich für schlecht erklärte Artikel hier gesammelt. Den da oben habe ich gerade zufällig wiedergefunden, und letztendlich finde ich den Text doch gar nicht mehr so schlecht wie zum Zeitpunkt seines Entstehens vor ein paar Monaten. Zugegeben, etwas pathetisch (ich bin die Queen of Herzschmerz!), aber ich weiß noch genau wie ich mich in dem Moment gefühlt habe, und ich bin so froh, dass das auseinander gefallene Herz es sich letztendlich anders überlegt hat und zu mir zurückgekehrt ist. In anderer Formation, aber immerhin. Es schlägt wieder.

Egostrip

Ihr wisst ja, in dieser post-postmodernen über-individualisierten kapitalistischen Endzeit redet jeder gerne über sich. Das eigene Ich ist der Anfang und das Ende zu dem alles zurückkehrt. Und letztendlich hat man ja auch nur sich selbst und nur man selbst erkennt die wunderbare Vielfältigkeit des eigenen Ichs, da alle anderen zu sehr damit beschäftigt sind, um sich selbst zu kreisen. Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht. Oder so.

Hehe, kleiner Bullshit am Rande um zu verkünden: Die nächste Geschichte der Web2.0-Unwichtigkeiten befindet sich jetzt auch in meiner Sidebar. Bei formspring.me könnt ihr Leuten – in diesem Fall mir – anonym Fragen stellen. Ich möchte allerdings anmerken: Ich kannte es, bevor es plötzlich nach Deutschland schwappte! Ich hielt es bloß für überflüssig ^^

Miriam, wie war eigentlich…

dein Silvester?

Silvester1Silvester2Silvester4Silvester3

Super :)

Und jetzt also 2010

Und jetzt also 2010. Eine Jahreszahl, die für meine Ohren nach weit entfernter Zukunft klingt – ich fühle immernoch so, als ob wir den 90ern gerade erst entsprungen sind. 2009 war für mich ein sehr durchwachsendes Jahr. Es fing grandios an mit meinem dreimonatigen Aufenthalt in Südkorea, den ich nicht missen wollen würde. Korea war ein Glücksgriff, der besser gelaufen ist als ich es zu hoffen gewagt hatte. Ich habe tolle neue Menschen kennengelernt und so viel Interessantes gesehen, gelernt und erfahren. Das Praktikum war so super, dass ich für die zweite Hälfte von 2010 schon wieder das nächste Auslandspraktikum plane. Es gibt noch so viel zu entdecken!

Dann kam der Tiefpunkt, an dem ich mich selbst fast ein bisschen verloren hatte in der ganzen Grübelei, in der ganzen Traurigkeit. Zusätzlich dazu der unglaublich turbulente Herbst, der mein ganzes Leben auf den Kopf stellte und mich kaum durchatmen lies. Neben dem privaten Mist habe ich meinen Bachelor-Abschluss gemacht und parallel dazu das Master-Studium angefangen. Nicht das, das ich eigentlich geplant hatte, aber zu meinem Glück stellte es sich als die bessere Wahl dar. European Studies ist absolut genau meins :)

Erst Ende November verlangsamte sich alles endlich wieder ein wenig und ich hatte die beste Woche seit Monaten. Die Studienreise war grandios und hat dazu beigetragen meinen so übermüllten Kopf endlich ein bisschen klarer zu kriegen. Ich weiß jetzt was ich will und ich weiß wie ich sein will. Ich habe in 2009 viel verloren, aber auch verdammt viel über mich gelernt, weswegen es letzendlich doch fast schon als ein gutes Jahr durchgehen müsste. Trotzdem bin ich froh, dass es vorbei ist, auch wenn der Jahreswechsel natürlich nur einen fiktiven Wechsel darstellt.

2010 freue ich mich vor allem erstmal auf meine neue WG mit meinem herzallerliebsten tollsten Bruder und zwei seiner Kumpel – wir werden rocken! :D Ansonsten steht dieses Jahr zum ersten Mal für mich das Graspop an (falls wir es rechtzeitig hinkriegen, das zu organisieren) und auf jeden Fall im August wieder das M’era Luna, worauf ich mich schon total freue. Und dann freue ich mich auf das eventuell hoffentlich anstehende Auslandspraktikum in London, Helsinki ooooder irgendwo anders. Das wäre toll wenn das klappen würde. Ich habe viele Pläne für 2010, ich hoffe das Jahr hält was es verspricht :) Euch allen, meine Hand voll Leserchen die es ab und zu hierher verschlägt, wünsche ich jedenfalls, dass all eure Wünsche für 2010 in Erfüllung gehen. Auf ein grandioses neues Jahr!

Meine Top3-Alben des Jahres 2009

Letzte Tage bekam ich auf meinem seit längerem schon halb verwaisten Last.fm-Profil einen Kommentar von einem Typen, der sich darüber freute, dass unsere musikalische Kompatibilität “sehr hoch” sei. So jemanden lern ich nicht oft kennen, aber offensichtlich müssen da doch ein paar Menschen sein, die tatsächlich das gleiche gut finden wie ich. In diesem Sinne meine Top3-Alben des Jahres 2009 :)

Platz 3 – Rammstein “Liebe ist für alle da”

Als ich das erste Mal die Single-Auskopplung von “Pussy” hörte, konnte ich es überhaupt nicht fassen. Waren Rammstein tatsächlich so tief gesunken? Waren sie tatsächlich so geil auf Publicity? Aber nach eingehender Beratung mit meiner Ansprechpartnerin Nr. 1 in Sachen Musik und Feminismus (hehe) kamen wir zu dem Schluss, dass dieses Lied doch typisch Rammstein ist und eigentlich sogar sein musste. Als dann das ganze Album rauskam, fügte sich “Pussy” mehr oder weniger perfekt in den größeren Kontext desselben ein. “Liebe ist für alle da” ist für mich eines der besten – wenn nicht sogar das beste – Album Rammsteins. Es hat super Lieder zum headbangen, nachdenken oder mitgrölen, also alles was das Herz begehrt :) Nur zum Ende hin dünnt es sich für mich ein wenig aus. Mit den drei letzten Liedern “Liebe ist für alle da”, “Mehr” und “Roter Sand” kann ich irgendwie so gar nichts anfangen.

Platz 2 – Chimaira “The Infection”

Von Chimaira kannte ich lange Zeit drei, vier Lieder die ich super fand und die aus dem Rest der eintönigen Masse gleichklingender Songs herausstachen. “The Infection” wünschte ich mir zum Geburtstag einfach weil ich die erste Single-Auskopplung (”Destroy and Dominate”) so geil fand. Darum ist es das erste Album, dass ich von Chimaira tatsächlich von vorne nach hinten durchhörte – und welches mich gar nicht mehr los ließ. Dieses Album hat den totalen Suchtfaktor und erschloss mir den Rest der eintönigen Masse gleichklingender Songs. Ich weiß nicht, wieso ich das zu erkennen erst das neue Album brauchte, aber Chimaira ist eine der absolut geilsten Bands dieses Genres! Und “The Infection” ist ein absolut harmonisches Meisterwerk, von dem ich jetzt nach 6 Monaten immer noch nicht genug hab. Der einzige Wermutstropfen ist, dass ich letztes Jahr meine Chance verpasst habe, Chimaira live zu sehen, und sie offensichtlich nicht so wirklich Bock auf Europa haben.

Platz 1 – Otep “Smash the control machine”

Natürlich ganz klar Platz 1, obwohl ich diese Band erst ein paar Wochen vor erscheinen des neuen Albums kennengelernt habe. Aber das reichte aus, um mich vollkommen und komplett zu verlieben. Otep ist der Wahnsinn! Diese Frau ist der Hammer und ich würde alles darum geben, Otep mal live zu sehen. Ich neige gerne zu Übertreibungen wenn ich etwas absolut liebe, aber “Smash the control machine” ist im Moment definitiv das beste Album, das ich je gehört hab. Es erzeugt einen Gänsehaut-Schauer nach dem nächsten, es treibt dir Tränen in die Augen und Schmetterlinge in den Bauch. Ich habe mit Kunst eigentlich nicht viel am Hut, aber dieses Album ist Kunst. Wunderbare, zerbrechliche, wahnsinnig machende Kunst.

Ich weiß gar nicht so genau, welche neuen Alben im Jahr 2010 anstehen, aber wer gerne mal ein neues Album machen könnte, wären Boysetsfire, Killswitch Engage und Machine Head. Ach, aber bis dahin kann ich mich auch ganz gut mit der schon entstandenen Musik vergnügen. Das ist ja der Vorteil im Metal – im Gegensatz zu dem meisten Pop-Schrott ist diese Musik fast zeitlos.