Artikel-Frequenz bei Weblogs

Die Frequenz der Veröffentlichung von Artikeln schwankt von Weblog zu Weblog sehr. Jeder Blogger findet irgendwann seinen Rythmus und die Leser müssen sich zwangsläufig daran gewöhnen. Die Vielfalt dieser Frequenzen möchte ich an drei Beispielen deutlich machen.

Einfach persönlich

Auschnitt der Website «einfach persönlich»

Jörg Petermann, der deutsche Blogger mit dem Motto «Der Mensch macht's» hat meiner Meinung nach viel Zeit zum Bloggen. Seine Themen spiegeln sich in bis zu 5 Artikeln am Tag wieder. Ich hab schon von einigen Seiten gehört, denen das viel zu schnell geht. Ich lese einfach perönlich sehr gerne und habe die verschiedensten Launen, wenn ich wieder 10 Artikel am Stück von ihm lesen muss.

Entweder denke ich «Schön, wieder mal viel Lesestoff für einen langweiligen morgen im Zug» oder «Mensch, wenn ich die jetzt alle lese, komme ich zu nichts anderes mehr auf dem Weg zur Arbeit».

Pixelgraphix

Auschnitt der Website «pixelgraphix»

Ein etwas unregelmäßigen Rythmus hat Manuela Hoffmann. Eine der bekanntesten Webdesignerinnen aus Deutschland, wohnhaft in Berlin schreibt immer wieder über interessante Aktionen oder Software, die mit Webdesign zu tun hat.

Etwa jede Woche kommt ein Artikel auf pixelgraphix raus. Ich freue mich immer sehr auf diese Momente. Wenn ich ihre Artikel lese, denke ich meist «Was kommt wohl als Nächstes?». Da lohnt sich das warten einfach.

Bartelme Design

Auschnitt der Website «Bartelme Design»

Immer stiller wird das Weblog/Journal vom Österreicher Wolfgang Bartelme. Er schreibt seit Monaten nur noch selten. Schaut man sich ein wenig sein Archiv an, merkt man, dass das mal anders war.

In seinem Forum kam dann schon ein paar mal Fragen wie «Are you dead?» auf. Zu seiner Verteidigung muss ich aber noch erwähnen, dass wenn er etwas neues rausbringt, es sich auch lohnt. Interessante Ressourcen und gute Tutorials bezüglich Design oder Apple tauchen häufig in seinen Artikeln auf.

Als Erstatz führt er seine Link-Hinweise «Sidenotes» sehr gut. Ich denke, er ist einfach ein viel beschäftigter Mensch. Oder sind ihm die Themen ausgegangen? Immerhin ist sein Journal schon 7 Jahre alt.

Die Leserschaften

Es gibt vielleicht einige, die genau diese Weblogs regelmäßig lesen. Welche Artikel-Frequenz empfindet ihr als angenehm?

Ich versuche mich gerade daran zu gewöhnen, jeden Tag einen Artikel rauszubringen. Denn in letzter Zeit habe ich richtig viel Laune zum schreiben. Wenn ich mehr als einen Artikel am Tag veröffentliche, was auch schon ein paar mal vorkam, habe ich ein schlechtes Gewissen meinen Lesern gegenüber, da diese bestimmt noch mit anderen Dingen beschäftigt sind, als meine Artikel zu lesen.

Es kann manchmal auch dazu kommen, dass die Artikel nicht immer mit Webstandards zutun haben. Jedoch bringt das so auch mehr Abwechslung ins Spiel.

veröffentlicht am 25.04.2006 um 22:00 von Martin Labuschin in


Ich lass mir ungerne Stress machen. Deshalb fliegen Blogs die mehr als fünf Artikel am Tag rausbringen sofort wieder raus aus meinem RSS-Reader.


Es gibt einige da freu ich mich wenn es zwei oder drei News in der Woche kommen. Ich habe schon viele Blogger gesehen bzw. deren Blog, die versuchen mit möglichst vielen Artikel zu beeindrucken. Die Qualität lässt dann aber meißt zu wünschen übrig.

Ich mag auch keine Blogs wo mehrere Leute schreiben. Das sind einfach zuviele Artikel auf einmal.

Mein Blog ist rein privat und zu 70% für meiner Familie und meinen Freunde.
Ich komme auch mal eine Woche ohne Bloggen aus.

Für mich als Leser spielt die Frequenz eine geringere Rolle, viele Blogs bieten täglich Artikel an, die kurzweilig sind und daher auch öfter erscheinen können. Handelt es sich um tiefer gehende Themen, ist ein größerer Abstand wohl auch für die Leser verständlich. Trotzdem möchte ich den roten Faden und die persönliche Meinung des Autoren erkennen, denn als Leser bringen mir 10 oder mehr Artikel ohne Aussage sehr wenig.

Bei mir fliegen Blogs mit mehr als 5 Beiträgen pro Tag auch aus dem Reader raus, weil ich sonst wahnsinnig werde ;-)

Wenn ein paar Artikel pro Woche erscheinen, dann ist das ganz angenehm. Es muss auch nicht jedes Mal ein Pullitzer-Preis-Artikel sein.

Ich schreibe eigentlich auch nur noch wenn mir danach ist. Im Moment fehlen mir einfach zündende Ideen, die sich wirklich lohnen würden. Und immer nur Krams verlinken, das kann ja eigentlich jeder.
Außerdem möchte ich auch ganz klar sagen dass Bloggen für mich ein Zeitvertreib ist, aber keine Hauptaufgabe. Es gibt immer wichtigere Dinge im Leben.


Ansonsten ist es mir aber eigentlich egal, wieviele Beiträge andere Blogs pro Tag veröffentlichen, ich lese halt das was mir gefällt. Und dazu gehört z.B. auch Robert Basic, bei dem ich mich ohnehin frage, ob er überhaupt noch für was anderes Zeit hat als bloggen :)

es kommt auch bei mir immer auf das Hauptthema des Blogs an. Wenn es mit meinen Interessen übereinstimmt, lese ich alles. Nicht sofort. Längere Artikel kommen in einen temporären Bookmarkfolder, den ich - wenn Zeit ist - durchgehe. Kurze Artikel werden gleich gelesen. Je mehr Artikel erscheinen, umso flüchtiger lese ich die Artikel an. Dann picke ich nur noch ganz gezielt bestimmt Artikel raus.


Bei anderen Blogs, die mich thematisch nicht so sehr interessieren, stoße ich eher über via Links dazu.

So halte ich es auch im RSS Reader fokussiert: ca. 100-150 Blogs sind drin, diese Zahl hat sich seit Jahren nicht verändert. Kommt ein neues dazu, fliegt idR ein Bog aus dem Reader raus.

@Jeriko: Zeit zum Schlafen ist wichtiger, meine Lieblingsbeschäftigung, wenn ich dazu komme :-))

Bei Jörg habe ich manchmal das Gefühl, dass es einen Beruf "Blogger" gibt.

In einem Telefongespräch mit Jörg habe ich erfahren, dass er mit der Werbung auf seiner Website auch einen gewissen Umsatz macht. Da macht es Sinn, sich um seine Website zu kümmern.

Du als Schüler machst das ja - auch wenn erfolgreich - eher nur als Hobby. Es gibt jedoch Blogger, die verdinen Ihren Unterhalt damit, jeden Tag 10 Artikel zu schrieben. Klingt angenehm, nur mir würde soviel Stoff gar nicht einfallen...

hey


ich habe zwar "nur" um die 40 blogs versuche aber auch alle beiträge zu lesen. leider bin ich bei jörg nicht hinterhergekommen und so warten mittlerweile knapp 200 seiner beiträge auf meine augen.
bei kurzen einträgen kann es ruhig auch mal mehrere an einem tag sein (z.b.: webcreme oder pixelgangster). bei solch langen artikel wie bei dir, jörg oder selfhtml speichere ich mir diese als pdf ab um erstens eine art datenbank zu haben und zweitens später nochmals die artikel zu lesen ohne dass meine bookmarks kollabieren (bzw. diese auszudrucken und entspannt im park etwas zu lesen).
es gibt wenige blogs bei denen ich mich wirklich freue und sehr gespannt auf den nächsten eintrag bin (zb. dogfood).
eigentlich hätte ich auch jörgs blog schon längst aus opera entfernt aber es sind einfach zu viele interessante beiträge geschrieben wurden...

mein persöhnliches fazit: 1mal am tag ist voll ok - 1mal in der woche sollte minimum sein.

rico

Man sollte sich als Schreiber vorher überlegen über was man schreiben will und wenn dieses Thema nicht genug Stoff für einen Artikel am Tag hergibt, sollte mans eher lassen, als über Kraut und Rüben zu schreiben.

Ich nehme mir nicht vor, eine gewisse Posting-Folge einzuhalten. Wenn mich etwas beschäftigt oder ich es für wissenswert bzw. speichernswert halte, wird es geschrieben. Wenn mir nicht danach ist, schreibe ich nicht. Ich finde nichts schlimmer als Beiträge, die nur geschrieben werden um den täglichen Besucheransturm aufrecht zu erhalten. Der Versuch, Veröffentlichungen zu planen scheitert bei mir kläglich. Bin ich wohl zu impulsiv.


Beim Lesen überfordern mich fünf längere Artikel in einem Blog am Tag auf jeden Fall. Kurze Hinweise sind gern genommen, aber längere Artikel gehen dann in die Warteschleife, die ich leider selten abarbeiten kann. So entgehen mir dann auch immer wieder mal interessante Beiträge. Ich fliege dann im RSS-Reader drüber und öffne die interessanten Beitäge im Browser um sie zu lesen.

Schreiben: Um die 3 längere Artikel in der Woche ist das Ziel, das ich bisher auch ganz gut durchhalten kann. Daneben mehrere kleine, je nach Lust, Laune und Interesse. Bei der Planung geht es mir wie Manuela. Zwar hab ich einen schönen Eintrag in der ToDo-Liste mit vielen interessanten Themen, häufig werdens dann aber Spontan-Beiträge.


Lesen: Ich gehe meine Feeds mehrmals täglich durch und lese sie quer. Je nach Zeitbudget. Da ich über sehr viele Feeds (nicht nur von Blogs, sondern auch von vielen Seiten, die ich früher regelmäßig besucht habe) lese, werden interessante Beiträge mit einem Flag im FeedDemon versehen und später, öfter auch offline, gelesen. Im Rückstand bin ich nicht, gehe allerdings sehr selektiv vor, Mut zur Lücke.

«Ich versuche mich gerade daran zu gewöhnen, jeden Tag einen Artikel rauszubringen.»

Du bestimmst die Frequenz, nicht die Frequenz Dich. Druck darf man sich nicht machen. Darunter wird irgendwann die Qualität leiden.

Manuela, auch ich mache mir keinen Druck. Jedoch lässt man sich schon ein wenig durch Besucherströme begeistern. Da tritt man sich irgendwann selber ins Hinterteil, wenn nur noch die Hälfte der Besucher täglich kommt.


Björn, natürlich bestimme ich die Frequenz. Jedoch möchte ich mir auch durch meine Website Disziplin und Durchhaltevermögen aneignen. Dies ist ja auch woanders ganz sinnvoll.

Dass Jörg mit seinen Werbungen auf seiner Seite einen höheren Umsatz macht ist mir klar. Ich kann mir einfach nicht vorstellen pro Tag zum Beispiel einen halben Tageslohn mit nur Ads & Co. zu erwirtschaften... das wären ja knapp 100? den Tag... wo ich höchstens einen Dollar mit Ads verdiene :D

haha. bei jörg gehts mir zu 100% genauso wie dir. nur das ich die feeds nicht im zug lese. ;)

Martin, "schwankt" wird mit k geschrieben!!! Schnell ausbessern ;)

Ein paar Artikel in der Woche sind für mich auch völlig ok. Mehr muß es für mich nicht sein.

In den letzten Wochen sind mir selbst meine ca. 40 Feeds zu viel gewesen, da ich zu viel anderes zu tun hatte. Da schaut man dann einmal in der Woche beim Feedaggregator vorbei und pickt sich tatsächlich nur noch das beste raus.

Selber würde ich auch gern mehr und ausführlicher bloggen, aber ...siehe oben. Hoffe aber, daß da demnächst wieder "Land in Sicht" kommt und ich wieder mehr zum Lesen und Bloggen komme.

Ich in der Leser-Rolle hätte es gern, wenn die Artikel regelmäßig erscheinen, wenn ich mich also z.B. auf einen Artikel pro Tag einstellen kann.


Als Blogger weiss ich natürlich, dass man schlichtweg nicht jeden Tag Zeit hat - und wenn man einmal im Fluss ist, halt auch mehrere Artikel auf einmal rauskommen können.

Ich werde mich auf jeden Fall mal selbst in den Hintern treten, dass ich in Zukunft regelmäßiger blogge...

Danke für deine Ergänzung, Katja. Trackbacks hatte ich tatsächlich mal, jedoch habe ich sie aus Gründen massiven Spams wieder rausgenommen. Ein Moderation bei 30 Spamangriffen am Tag sah ich als sinnlos und zu zeitintensiv an. Aber manuelle Trackbacks, wie deiner sind nach wie vor in Ordnung :)

Ich schreibe meistens so 3-4 Artikel die Woche. Ich habe in Opera einige Feeds abboniert. Mir ist es eigentlich gleich, wie häufig jemand Artikel veröffentlicht. Auf jedenfall lese ich die Überschriften. Den Artikel nur dann, wenn er mich interessiert.

Es gibt immer mehr zu schreiben als ich Zeit habe. Solange das ganze einfach nur Spaß macht ist regelmäßiges schreiben sogar entspannend.


Beim Lesen ist mir wichtig, dass Artikel gut komprimiert und durch ihren Aufbau einfach zu lesen sind. Ein Blog das mir einen fetten Textbrocken präsentiert, muss schon sehr interessanten Content bieten damit ich mir die Mühe mache bis zum Ende zu lesen. Das ist auch schön an deinem Post zu sehen, Teaser, Überschriften, kurze Abschnitte, Grafiken und dazu ein sauberes design!

Die Frequenz ist mir eigentlich relativ egal, es kommt am Ende einfach auf den Content und dessen "mehrwert" für mich an. Blogger die sehr unregelmäßig posten fliegen allerdings irgendwann aus meinem Reader.

...noch ein manueller Trackback

[ EDIT: Hab den Link verbessert]

...peinlich, nicht mal den richtigen Link hab ich eingefügt, eigentlich sollte der hier rein: http://m.zung.us/2006/04/27/wann-platzt-eigentlich-das-web/

Manueller Trackback. (Hätte nie gedacht, dass ich sowas mal wirklich mache, aber schön.)

Als ich das Thema gelesen hab, ist mir spontan "einfach persönlich" eingefallen, weil mir das in der Regel viel zu viel Lesestoff ist - insbesondere auch die Artikellänge. (Ich habe leider keine Zugfahrt jeden morgen, weil ich hier von zu hause aus arbeite).

Besonders freue ich mich auch immer auf Neuigkeiten von Bartelme, jotbe-fx & rad-e8.

Hängt warscheinlich zum großen Teil davon ab, was einen interessiert.


Ich selbst komme ja nicht mal dazu meinen Blog überhaupt fertig zu stellen, bei dem ganzen Stress!

Hallo,

die Anzahl und Frequenz der Einträge ist mir egal. Ich wähle Blogs und Websites danach aus, ob sie mir gefallen, für mich interessant oder unterhaltsam sind, Gedanken enthalten auf die ich selbst nie kommen würde oder ob sie mir weiterhelfen.


Bei zu vielen oder zu langen interessanten Beiträgen an einen Tag kommen sie zum später Lesen in die Bookmarks.

Selbst schreiben nach Lust und Laune - Ideen sind in der Liste genug vorhanden. Wobei da ein regelmäßiger Rythmus mir schon hilfreich ist. Wenn man den einige Zeit durchzieht geht das Schreiben immer flüssiger und flotter und man vermisst es, wenn man mal nicht zum Schreiben kommt.


tschuess
[|8:)

Ich lese Beiträge im Browser, wenn mich das Thema der Überschrift und das, was man beim Überfliegen/Anlesen im Feedreader mitbekommt, interessiert.


Zuviele Beiträge täglich sollten meine Abonnements nicht haben - hier werden jedoch beispielsweise MacTechnews, einfach-persönlich und Spreeblick ausgenommen.

Beim Photoshop-Weblog versuche ich jeden Tag einen Artikel zu schreiben (öfters kurze, selten lange). Wenn man möchte, das ein Besucher jeden Tag kommt, dann sollte auch jeden Tag etwas Neues geboten werden. Ich hatte letztens zwei Wochen keine Zeit für neue Artikel, weshalb die Besucherzahl um 25% eingebrochen ist. Baut sich aber zum Glück schnell wieder auf, wenn neue Beiträge erscheinen. Mir ist es auch zuviel, wenn mehr als 2 Beiträge pro Tag kommen, es sei denn es sind kurze Linktipps. Beim Shopblogger etwa ist es mir zuviel, beim Popkulturjunkie oft zu wenig..... kommt auch auf die Inhalte an....

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