Volksmusik-Metal und Feminismus
Gestern abend fremdgetanzt auf einer Metal-Party in Bielefeld. Festgestellt, dass jeder Club, jede regelmäßige Veranstaltung, sein eigener kleiner Mikrokosmos ist, mit seinem eigenem Klima - also eigenen Musik-Klassikern, eigenem Tanzstil der Leute usw. Die Bielefelder Metaller zeichnen sich offensichtlich dadurch aus (vielleicht ist es in Münster auch so, aber mir noch nicht aufgefallen), dass sie auf Happy Music stehen. Also furchtbar seichtes Rumgedudel die Tonleiter rauf und runter, und eigentlich möchte man viel lieber Polka oder ein anderes lustiges Tänzchen beginnen als zu headbangen. Macht mir schlechte Laune sowas. Aber ist wohl Geschmackssache.
Viel schlimmer war die Erkenntnis, dass ich mich auf meine Menschenkenntnis mal so überhaupt nicht verlassen kann. Hatte jemanden kennengelernt, den ich eigentlich richtig toll fand, der sich aber im Laufe des gestrigen Abends als - darf man zu Frauenhassern eigentlich Rassist sagen? - jedenfalls als jemand entpuppte der geistig irgendwo im frühen Mittelalter stecken geblieben ist. Dass so ein hübscher und intelligenter Mensch so einen Mist im Kopf hat, ist wirklich eine Schande. Kleine Beispiele seiner Theorien:
- Frauen nehmen Männer die Arbeitsplätze weg
- Frauen sind genetisch besser dazu verlanlagt, Kinder großzuziehen als Männer (Menschenfrauen wohlgemerkt)
- Männer wollen weder beschützt noch in den Arm genommen werden
- Treue liegt den Männern nicht, sie müssen ihre Gene verbreiten
- die Emanzipation ist Schuld daran, dass Männer in der midlife crisis ihren Frauen weg- und jüngeren Frauen in die Arme laufen
Es scheint, als hätte der Typ die EMMA gelesen und alle von ihr angeprangerten Thesen auswendig gelernt. Das ganze wird dann natürlich in einen ausgesprochen Frauen-verehrenden Mantel gehüllt, von wegen Frauen auf Händen tragen und so. Is klar, Frauen werden beschützt und auf Händen getragen, damit sie ja vergessen in welche Richtung sie eigentlich laufen wollten, ganz schlaue Masche.
Das gefährliche an diesen frauenfeindlichen Thesen ist, dass ihre Denker keinen Respekt vor der Frau als Mensch haben und ein “Nein” einer solchen nur ganz schwer akzeptieren können. Frauen wissen schließlich nicht was sie wollen, sie sind ja keine Männer.
Und was lernen wir daraus? Man kann Männern Menschen tatsächlich nur vor den Kopf schauen. Oder: Traue keinem Juristen :)
Martin Labuschin
7. Januar 2008 um 15:13 Uhr
Sei froh, dass du mich hast :)
OddNina
7. Januar 2008 um 20:57 Uhr
Das es sowas noch gibt..
hm die ansichten scheinen mir doch nicht von dieser Welt.. obwohl wir reden ja von Bielefeld.. und das gibt es bekanntlich ja auch nicht ;)
Bielefeld verschwoerung
lieben gruss
OddNina
Tine
12. Januar 2008 um 21:06 Uhr
Hehe, voll auf die 12, das sitzt :D Klasse Artikel!
Wird mir eine Ehre sein, solchen Juristen später ganz “ladylike” die Arbeitsplätze wegzunehmen ;)
Pop-Art
21. Juli 2008 um 05:30 Uhr
Hey, deine Ausführungen sind ja klasse. Ich habe richtig in mich reinschmunzeln müssen und es sofort meiner Freundin gezeigt. Danke für den Artikel! :-)