Tatort Frau

Damals bei „The Hills Have Eyes“ war ich noch furchtbar geschockt und habe mich wochenlang danach noch geärgert diesen Film gesehen zu haben. Heute bin ich innerhalb weniger Wochen gleich dreimal mit dem Thema in Filmen konfrontiert worden. Das mag an der zufälligen Auswahl meiner Filme liegen, aber „City of the Blind“, der letzte Münster-Tatort und der neue James Bond haben nicht gerade viel gemeinsam, und in allen drei Filmen gibt es mehr oder weniger eindeutige Vergewaltigungsszenen.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Thema häufiger wird oder die Anspielungen einfach deutlicher werden (und natürlich ist das ganze hier nicht faktenbasiert, für eine genaue Studie habe ich weder Zeit noch Lust), aber ich finde es ganz furchtbar, dass das Thema massentauglich wird. Ich habe Angst, dass dadurch, dass das Thema immer häufiger (wenn es denn so ist) als besonderer Schock-Effekt eingesetzt wird, die Betroffenheit, ja das „Geschockt-sein“ abgenutzt wird, so wie das mit Prostitution und Hardcore-Pornographie schon der Fall ist. Ich will in Mainstream-Filmen einfach nicht sehen, dass es Männer gibt, die Frauen alleine aufgrund ihres Geschlechts nicht als gleichwertige Menschen ansehen, die jeden Respekt vor dem Menschen verloren haben. Das in der Realität, in den Nachrichten, in Büchern zu sehen ist schon schlimm genug, aber bitte nicht auch noch in Mainstream-Filmen! Ich ertrage es nicht, diese ultimative Erniedrigung so deutlich dargestellt zu sehen. Ich bitte euch, der neue James Bond ist ab 12! Und ich will nicht wissen, wieviele Kinder/ Jugendliche den Münster-Tatort am letzten Sonntag gesehen haben, gerade die Tatorte aus Münster sind doch eigentlich immer ziemlich lustig aufgemacht. Es handelt sich also bei den dreien nicht um irgendwelche krassen Thriller/ Horrorfilme, wie „The Hills Have Eyes“ einer ist, (vielleicht „City of the Blind“ noch am ehesten, aber eigentlich eher auch nicht) sondern um ganz normale Unterhaltungsfilme.

Ich will nicht sagen, dass das Thema Vergewaltigung ganz ausgespart werden müsste - gerade in Kriminalfilmen wie dem Tatort kann das Thema natürlich auftauchen - aber bitte, die Frage sollte erlaubt sein, ob man das wirklich so krass deutlich darstellen muss. Da fehlt zum Teil wirklich jede Art von Feingefühl. Warum auch, je deutlicher, desto schockender - oder empfinden die Filmemacher ihre Darstellungen nicht mehr als schockend? Bei mir jedenfalls zieht sich schon bei dem Gedanken daran alles in mir zusammen, ich brauche dafür keinen plumpen, unkreativen Regisseur, der sich womöglich an den Erniedrigungen selbst aufgeilt.

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