Sexism is dead. Not.

Gestern Uni-bedingt viel nachgedacht über falsch verstandenen Feminismus, brauchen wir überhaupt noch einen Feminismus etc.. Ich hatte zum Teil ernsthafte Zweifel an der Sache, bis ich gestern abend dann auf einer Grillparty mit ca. 90% Männeranteil die Antwort sozusagen ins Gesicht geschlagen kriegte. Nicht nur, dass der übliche Frauen-gehören-in-die-Küche Chauvi anwesend war (verdammt, wie hasse ich diese Menschen), auch bei dem Großteil der ganz normal netten und vermutlich aufgeklärten Männern ist ein latenter Sexismus immer noch in den Köpfen verankert. Dass bei einem neuen Startup Unternehmen wie selbstverständlich ein Zimmer für eine SekretärIN bereitsteht (steht im großen Buch des Lebens, dass diese Arbeit nur Frauen machen können?) war da noch die harmlose Variante. Nein, da wird herumgesponnen und als alternative Geschäftsidee u.a. einfach mal ein Bordell vorgeschlagen. Dass das ein Witz sein sollte ist mir klar, aber was für eine männliche Arroganz steckt dahinter wenn man damit scherzt, im Falle des eigenen Versagens damit Geld zu verdienen, irgendwelche Frauen ihre Körper verkaufen zu lassen?! Warum hätte der Witz nicht lauten können: wenn ich versage, dann verleih ich halt meinen Körper? Nein, echte Männer scherzen selbstverständlich auf Kosten der Frauen. Gott, wie mich diese Ignoranz ankotzt. 

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20 Kommentare

  1. Gravatar von jonas

    jonas

    vielleicht solltest du dich mit solcher art männer/jungs einfach nicht mehr abgeben.
    ich finds normal solche witze zu machen, aber nicht wenn frauen anwesend sind.

  2. Gravatar von Marcel

    Marcel

    Ach, selbst wenn ein Typ 100% den Feminismus unterstützt, sobald seine Kumpels und ein paar Flaschen Bier mit von der Partie sind, schrumpft seine Einstellung und statt frauenfreundlicher Gespräche kommt dann nur noch dummes Gekicher und “Da hast Recht”-Antworten, wenn einer ‘nen dummen Frauenwitz reißt. Mach dir da nix draus. Steh einfach drüber ;)

  3. Gravatar von HR

    HR

    @Marcel: dann ist er “Freizeitfeminist”.
    Wenn jemand aus Überzeugung gegen Geschlechterdiskriminierung ist kommt von ihm auch keine “Da hast’ Recht”-Antwort.
    Besoffen sein ist für mich auch keine Ausrede, auch mit Alkohol intus sollte man seine Ideale nicht für einen Witz aufgeben!

    Ansonsten hast du Recht: Es ist zwar traurig, dass es solche Leute gibt aber wenn man sich dadurch entmutigen lässt hat man schon verloren.

  4. Gravatar von Lexy

    Lexy

    Feminismus wird leider oft falsch verstanden, ob dies nun auf Grund von populäre Vorbildern wie ‘Alice Schwarzer’ geschieht, kann ich leider nicht sagen.

    Aber da dies so ein polarisierendes Thema ist, gibt es eben auch genug Männer, die dem Ganzen kritisch gegenüber stehen und, vielleicht durch Erziehung oder Medien, immer noch der Meinung sind, Frauen seien anders zu bewerten als Männer i.e. Frauen gehören in die Küche, Kindererziehung ist Frauensache, der Haushalt wird von der Frau gemacht.
    Dies gleitet dann oft über in Sexismus, dass z.B. Geschelchtszugehörigkeit entscheidend sein soll für bestimmte Berufsgruppen oder Lebensmodelle.

    lg,
    Lexy

  5. Gravatar von WhiteRabbit

    WhiteRabbit

    Ich bin weder für noch gegen Feminismus, auch wenn ich das mehr für eine große Vakuum - Seifenblase halte.
    Aber ich möchte hier mal klar stellen, dass viele Berufsgruppen zum größten Teil von Frauen ausgeführt werden und immer ausgeführt werden, weil es die Frauen so wollen (nicht negativ gemeint).
    Warum gibt es denn so viele Sekretärinnen, Putzfrauen, Prosituierte usw usw?
    Auf diese Stellen wird sich doch beworben! Sollte man ihnen den Feminismus zum Nachteil auslegen und die Stellen durch Männer besetzen?
    Ich denke so kleine Scherze (mit der Sekretärin) sind absolut ok und greifen niemanden an, da es auf Tatsachen beruht.

    Abgsehen davon gibt es auch biologische Unterschiede, die Frauen besser für diverese Stellen qualifizieren (wie aber auch andersrum (Maurer sei gennant)).

    Mfg ein frauenliebender Florian

  6. Gravatar von Miriam

    Miriam

    @WhiteRabbit: Klar wird sich auf diese Stellen beworben - das ist ein strukturelles Problem und keins individueller Frauen. Das mit der Sekretärin war ja nicht als Scherz gemeint, sondern total normal gedacht: Sekretär ist halt ein Frauenjob.

    Und mit diffusen biologischen Unterschieden kannst du mir nicht kommen: Mein eigener Freund zum Beispiel wäre als Maurer denkbar ungeeignet, während ich ein Mädchen in meiner Stufe hatte, das dafür mehr als prädestiniert gewesen wäre (sie entschied sich dann doch für eine Ausbildung als Sanitäter). Dass es so wenig Bauarbeiterinnen gibt liegt an den gesellschaftlichen Strukturen und nicht an Geschlechtsorganen. Aber nichts für ungut :)

  7. Gravatar von WhiteRabbit

    WhiteRabbit

    Du kannst Tatsachen doch nicht durch gesellschaftliche, nicht näher definierbare Strukturen ersetzen.
    Nur weil du eine Ausnahme machen kannst, widerlegt das nicht die Statistik.
    Und selbst wenn sich die Bewerbungen auf einen Maurerjob gleich auf Männer und Frauen verteilen, werden die Frauen nicht genommen, da sie nunmal nicht die gleiche Arbeit verrichten können wie Männer.
    Bei einer Sekretärin wäre das analog, nur eben zum Vorteil der Frau (bessere Multifunktionalität).

    Und nun bring bitte nicht wieder Ausnahmebeispiele. Die Verteilung wüde sich niemals über 15% fürs “unkonventionelle” Geschlecht bewegen.

    Feminismus ist sicher nichts schlechtes, aber so richtig definierbar ist es doch echt nicht, bzw. jeder deutet das Wort unterschiedlich, weshalb es im Grunde nicht viel erreicht, da der gemeinsame Zug an einem Strang fehlt.
    Abgesehen davon verstehe ich das Problem in manchen Dingen auch nicht.
    Wieso sollen Frauen denn nicht die Sekretärinnenjobs nahezu 100% einnehmen?
    Es ist doch freiwillig oder nicht?
    Das einzige Problem sind doch die gehobenen Stellen und dort gibt es in der Tat etwas aufzuholen.

  8. Gravatar von Miriam

    Miriam

    1. Natürlich kann ich “Tatsachen” durch Strukturen ersetzen, das nennt man Erklärungen für vorhandene Phänomene zu finden. Gibt sogar einen Namen für diese Art der Theorienbildung, aber der ist mir grad entfallen.
    2. Ausnahmen wiederlegen nicht die Aussagen der Statistik, ändern aber die Sicht auf den Grund dieser Aussagen. Wenn es diese Ausnahmen gibt, kann man nicht mehr so biologistisch argumentieren wie du das tust.
    3. Wenn du denkst, dass Frauen nicht die gleiche Arbeit verrichten können wie Männer, dann lies dir doch bei Wikipedia mal bitte Artikel zum Thema Trümmerfrauen durch. Wenn du denkst, dass Männer nicht die gleiche Arbeit wie Frauen verrichten können, dann überleg dir mal bitte, dass den Beruf des Sekretärs vor hundert Jahren noch ausschließlich Männer innehielten (als dieser Beruf noch höher angesehen war). Ebenso möchte ich stark bezweifeln, dass die Menschen, die in unserem Staat die höchsten politischen und wirtschaftlichen Positionen besetzen, nicht multitasking fähig sind, das wäre schon sehr traurig und eindeutig ein Grund Männer nach Hause an den Herd zu verbannen.
    4. Definition Feminismus (nach Wikipedia): “Der Feminismus ist eine politische Bewegung mit dem Ziel, die Gleichwertigkeit, Menschenwürde und Entscheidungsfreiheit von Frauen, die Selbstbestimmung über deren Leben und ihren Körper zu erreichen. Er zielt auf eine Veränderung der Gesellschaft ab, in der die vom Feminismus analysierte geschlechtshierarchische Unterdrückung von Frauen nicht mehr vorkommt und die gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse durch Ebenbürtigkeiten geprägt sind.”
    Vielleicht solltest du dich mal näher damit beschäftigen, bevor du ein Urteil nach dem Motto Feminismus ist Spielerei abgibst.

  9. Gravatar von WhiteRabbit

    WhiteRabbit

    Vielleicht sollte ich das tun.

    Dennoch bleibe ich dabei, dass sich Tatsachen nicht durch vorhandene Strukturen ersetzen lassen.
    Natürlich ist mir bewusst, dass es keine Frauen gibt, die nicht hart anpacken können - aber die Verteilung der Leistungsfähigkeit ist nunmal eineindeutig. Bestes Beispiel dürfte hier wohl der Sport sein - das läßt sich nicht wegargumentieren.

    Die Definition des Feminismus ist mir klar, nicht aber die Art und Weise dafür einzustehen.
    Spielereien ist ein hartes Wort, aber im Moment ist es meiner bescheidenen Meinung nach nichts anderes als ein frühes Geplänkel - maximal grad darüber hinaus.

    Es muss nunmal noch viel passieren, damit man hier große Dinge vollbringgen kann. Das allerdings kostet Zeit und Zeit gehört heutzutage zu einer Teilmenge die sich sich nicht kaufen läßt, dadurch dauert es noch länger.

    ‘Erklärungen für vorhandene Phänomene’
    Eine Art der Theroienbildung läßt sich durch eine andere Art des selben Problems widerlegen.

    Dass ich mich nicht damit beschäftigt habe lasse ich übrigens nicht auf mir sitzen.
    Ich halte einfach nicht besonders viel davon festgeschriebene Dinge nachplappern.

    Ein schönes Wochenende

  10. Gravatar von Miriam

    Miriam

    Lieber Florian,

    drei Sätze habe ich noch zu sagen. Erstens: Bauarbeiter sind nicht mit Hochleistungssportlern zu vergleichen.
    Zweitens: Dass der Feminismus immer noch am Anfang ist - da stimme ich dir aber sowas von zu, das ist absolut meine Meinung, auch wenn es traurig ist.
    Drittens: Wenn du nicht so viel davon hälst, festgeschriebene Dinge nachzuplappern, solltest du dich vielleicht auch davon lösen.

    Auf einen gemeinsamen Nenner werden wir wahrscheinlich sowieso nie kommen, dafür sind die Überzeugungen offensichtlich zu tief verankert.
    Trotzdem wünsche ich dir auch ein schönes Wochenende :)

  11. Gravatar von Raupe Nimmersatt

    Raupe Nimmersatt

    Hallihallo.

    Ich bin für Gleichberechtigung, aber gerate dann doch ab und zu mal in Diskussionen über den Sexismus.

    Ich denke, hier wird ab und zu der ideale Zustand mit der Realität vertauscht. Als SekretärIn kann ein Mensch jedes Geschlechtes arbeiten. Da gebe ich euch Recht. Das trifft sowieso auf die meisten Jobs zu. Jedoch nicht auf alle.

    Der Bauarbeiter war ein gutes Beispiel. Es gibt mehrere Gründe, warum dieser Beruf von wenigen Frauen besetzt ist. Der erste ist Sexismus. Klar, das gibt es, das ist ein Teilgrund. Der zweite ist… sagt mal ehrlich, was denkt ihr, wieviel Prozent der Frauen so einen Job überhaupt jemals in Erwägung ziehen? Es ist auch ein Ding der Frauen. Viele wollen es nicht. Der dritte Grund ist, dass Frauen im Schnitt körperlich ungeeigneter für diesen Beruf sind. Das mag jetzt wieder auf Widerspruch stoßen, der mit Sicherheit teilweise gerechtfertigt ist. In Einzelfällen stimmt meine Aussage auch nicht. Bei weitem nicht jeder Mann kann diesen Job vernünftig ausüben. Nur können es noch mal sehr viel weniger Frauen. Einfach nur im Durchschnitt. Es werden ja schon ab und zu Frauen als Bauarbeiter eingesetzt. Die Bauleiter machen so ihre Erfahrung. Viele finden Frauen im Beruf besser als erwartet, aber doch fast nie besser als Männer. Sie erhöhen eher die Moral der Truppe als das sie die Kraftleistung eines Mannes übertreffen könnten. In Einzelfällen mag das wie gesagt zutreffen, aber das ist ein prozentual geringer Anteil.

    (Ich will nicht jedesmal auf die Einzelfälle eingehen, weil ich dann so viel mehr schreiben muss. Also für alles Folgende gilt: Wahr für die meisten Fälle, aber nicht allgemeingültig)

    Es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau, das kann man nicht verleugnen. Sexismus wird erst dann ein Problem, wenn er ungerechtfertigt ist. Solange man eine Einteilung nach Fähigkeit und nicht nach Vorurteil trifft, ist daran nichts Verwerfliches. Die polizei setzt Frauen z.B. nicht in erster Linie wegen ihrer körperlichen Leistung auch im Außeneinsatz ein, sondern deshalb, weil ihre bloße Existenz deeskalierend wirkt. Frauen beruhigen Streitende eher als Männer. Das ist so festgestellt worden. Anders herum sind aber Männer effektiver, wenn es denn zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt.

    Das Sportargument illustriert das. Frauen übertreffen Männer in ca. keiner Sportart, deren Einsatz sich in Arbeit messen lässt. Dafür übertreffen sie sie oft in diesen künslerisch angehauchten Sportarten. Sie sind im Schnitt und im Extremfall einfach filigraner gebaut. Oder beim Boxkampf. Eine Schwergewichtlerin entspricht wohl ca. einem Fliegengewicht bei den Männern. Das ist kein Sexismus, das ist der Unterschied im Körperbau. Sowas gibt es in der Tierwelt auch.

    Oder schaut euch an, wer in der Uni was studiert. Da lassen sich Tendenzen draus ablesen! Das muss auch nichts schlechtes sein. Frauen werden Lehrerin, Männer Betriebswirte. Frauen studieren Biologie, Männer Mathematik. Ungefähr überall ist das so. Und das muss jetzt nicht an der Begabung liegen oder an Zwängen, es kann auch einfach an den Vorlieben liegen.

    Ich finde, Frauen wären authentischer in ihrem Streben nach Gleichberechtigung, wenn sie ihre Vorteile ausbauen würden, statt andere anzuprangern, die ihre Nachteile überbewerten. Manchmal besetzen Frauen einen Beruf, für den sie besser geeignet sind als ein Mann. Daraus resultiert in manchen Fällen der Vorwurf von FeministInnen, es handele sich um gezielte Unterdrückung ihres Geschlechtes.

    Mir als Mann verdrehen sich die Gehirnzellen, wenn es einem zum Vorwurf gemacht wird, dass man entweder zu viele oder zu wenige Frauen beschäftigt. Also zu viele als Sekretärinnen und zu wenige als Bauarbeiter. Es ist sexuelle Unterdrückung, wenn ich sie einstelle und auch dann, wenn ich es nicht tue. Das ist ungerecht. Bei sowas schaltet dann das Gehirn aus, man verlässt sich auf seine Statistiken und macht das aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvollste: man besetzt die Stellen so, dass man die größte Wertschöpfung erhält.

    Ihr merkt schon, ich bin vorgeschädigt. Ich habe eine große Schwester, die damals zur Schulzeit einfach jede Langzeitarbeit über die Unterdrückung der Frau schrieb in jedem Prüfungsfach. Es waren Religion, Politik, Geschichte und Deutsch, wenn ich mich recht entsinne. Natürlich hat sie auf alle eine eins bekommen. Ich musste diese für sie jedenfalls stets in den Computer eintippen, weil ich das einfach viel schneller kann als sie. Irgendwann ist man es ein bisschen leid, wenn man sich seitenlange Analysen der männlichen Beweggründe (meist sind sie niederer Natur) reinziehen muss.

    Das generelle Problem, das viele Männer mit dem Feminismus haben ist dieses: Es ist eine Bewegung, für mehr Rechte. Eine Bewegung für Gerechtigkeit. Eine Bewegung der Opfer. Dummerweise steht man als Mann dann oft automatisch auf der Täterseite. Am schlimmsten wird es, wenn Frauen die Beweggründe der Männer analysieren. Mädels - ihr liegt falsch. Man muss sich also anhören, woran man schuld ist und weshalb man was falsch macht. In so einem Gespräch wird man dann schnell selbst zum Opfer und die logische Kosequenz ist dann doch eine Gegenreaktion. Statt einer Schuldzuweisung wäre eine vernünftige Diskussion, die physische und psychische Unterschiede mit einschließt, sehr viel sinnvoller. Ansonsten wird eine gelegentliche Eskalation quasi mit eingebaut.

    Noch mal zu SekretärInnen: es ist für den Mann von heute auch manchmal gar nicht so leicht, sich Feministinnen gegenüber politisch korrekt zu verhalten. Zu oft wurde man von einer Feministen kritisiert, wenn man bei Berufsbezeichnungen das generische Maskulinum nutzt. Überall heißt es heute nur noch SekretärInnen, LehrerInnen, SchülerInnen und so weiter. Glaubt nicht, dass das etwas ist, das Männer gut finden! Sie haben sich damit abgefunden, weil es als politisch korrekt gilt. Jetzt wird man aber gleichzeitig wieder als Sexist dargestellt, wenn man diese Bezeichnung falsch benutzt. Das ist keine Boshaftigkeit der Männer, das ist einfach Unsicherheit! Wie geht es richtig? Wann wie wo warum? Dafür sind wir vielleicht zu unsensibel.

    So das war es von mir. Antwortet mal :-)

  12. Gravatar von Raupe Nimmersatt

    Raupe Nimmersatt

    Noch mal einen drauf:

    Männer eignen sich besser zum Anstacheln, Frauen zum Beruhigen. Animateure sind meist Männer, Masseure meist Frauen.

    Männer leisten größere Kraftakte, Frauen arbeiten kontinuierlicher. Ergo: Männer stehen am Amboß, Frauen am Fließband. (Fließbandarbeit funktioniert mit Männern entschieden schlecher. Das ist mehrfach nachgewiesen). Huch, diese Anforderungsprofile ließen sich jetzt auch wieder auf Bauarbeiter und Sekretärinnen übertragen, aber lassen wir das.

  13. Gravatar von Raupe Nimmersatt

    Raupe Nimmersatt

    Nochmal Nachtrag:

    Was die Leute da gemacht haben, war natürlich nicht okay. Wer ein Bordell tatsächlich in Betracht zieht ist schon ein unmoralischer Mensch (und wahrscheinlich wieder Betriebswirt :-D). Soetwas geht eigentlich auch fast immer mit Kriminalität einher.

    Ich bin da jetzt nicht so drauf eingegangen, weil ich ein Mensch bin, der Zustimmung in Diskussioren weniger zum Ausdruck bringt als einen Widerspruch, einfach und alleine darum, weil Zustimmung wenig Diskussion benötigt. Wenn ich der gleichen Meinung bin muss ich sie nicht miteilen, weil sie ja schon da steht.

    Aber: ich kann jetzt nicht einschätzen, wie die Stimmung da war und wie die Situation einzuschätzen war, aber zumindest scherzweise wird man frauenfeindliche Sprüche wohl in nahezu jeder Männerrunde hören. Die sind plump und dumm und nicht ernstzunehmen, aber dennoch lustig für die beteiligten Männer. Frauen machen sowas aber durchaus auch, nur auf andere Art und Weise. Das tut aber manchmal nicht minder weh.

  14. Gravatar von HR

    HR

    Hallo Raupe.
    Erstmal vielen Dank für deinen etwas längeren, dafür aber auch entsprechend inhaltreichen Beitrag.
    Ich will jetzt nicht auf alles eingehen (da müsste ich sehr oft zustimmen, und wie du selbst meinst bringt das die Diskussion nicht unbedingt voran), sondern nur die sich mir kritisch darstellenden Punkte ansprechen:

    zum ersten die Fächer an der Uni: die Auswahl der Fächer hat wohl in den seltensten Fällen etwas mit den körperlichen Vorraussetzungen zu tun. Die geschlechterspezifische Studienfachwahl lässt sich nur dadurch erklären dass Frauen und Männer ein bestimmtes Rollenbild in der Gesellschaft vorfinden und die meisten sich bewusst oder unbewusst danach richten.

    zum zweiten die “Scherze”: genau an diesen kann man festmachen wie stark diese Rollenbilder in den Köpfen der meisten Menschen verankert sind. Und da ist es mir egal ob es in Männer- oder Frauenköpfen ist. Ich bin der Meinung dass diese Rollenbilder die Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden Menschen einschränken, bei den einen (Frauen, homosexuell orientierte Menschen) stärker, bei anderen weniger stark. Dein zweiter Post enthält im ersten Absatz mit solchen Klischees, die genau zu diesen Rollenbildern führen.

    Ich bin Feminist weil ich der Überzeugung bin dass Klischees, Vorurteile und Rollenbilder in der Geschlechterfrage genausoviel Schaden anrichten wie Vorurteile über Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe, Religion etc.
    Bei letzteren fallen die daraus folgenden gesellschaftlichen Probleme nur stärker auf, weil die gesellschaftliche Auseinandersetzung damit im allgemeinen stärker und auch individuell weiter fortgeschritten ist und die Auswirkungen dieser Ideologien deutlicher den zugrundeliegenden Ansichten zugeordnet werden kann.
    Gerade die erstgenannten Denkstrukturen haben aber so starke Auswirkungen auf jeden einzelnen in der Gesellschaft (und nicht nur auf Schwarze, Juden und Ausländer, um es plakativ zu sagen), weil sie in fast jedem von uns verankert sind und kaum (selbst-)kritisch reflektiert werden. Daher ist jede Diskussion über Gleichberechtigung und Feminismus auch für die scheinbar bevorzugte Gruppe der Männer wichtig, die sich gerne aus Gesprächen über diese Thema heraushält, weil es sie “ja nix angeht” und sie sich oft für nicht betroffen ansehen. Gerade weil viele Männer sich überhaupt nicht für dieses gesellschaftliche Problemfeld interessieren ist ihnen nicht bewusst, welche fatale Auswirkungen die vorherrschende Rollenverteilung auch für sie selbst hat.
    Ich will nicht anfangen seitenweise Beispiele aufzuführen, ich will nur klarstellen das man den Feminismus nicht nur den Frauen überlassen kann und darf.
    Das führt dann schlussendlich genau zu den von dir angesprochenen einseitigen Schuldzuweisungen gegen die Männer. Die gesellschaftliche Realität lässt sich aber nicht mit nur einer Hälfte der Bevölkerung gegen den Widerstand der anderen ändern, man muss, so pathetisch das klingen mag, ein gesamtgesellschaftliches Problembewusstsein schaffen, und dazu gehört nicht zuletzt frauenfeindlichen Sprüchen, in welchem Umfeld sie auch immer geäußert werden, kritisch, aufgeklärt und emanzipiert entgegen zu treten.

    Wir dürfen den Feminismus nicht Alice Schwarzer überlassen!

    Pathetisches Gelaber ende.

  15. Gravatar von Miriam

    Miriam

    Ich möchte mich an dieser Stelle bei dir, Raupe :), dafür entschuldigen, nicht selbst schon auf den so inhaltsreichen Beitrag geantwortet zu haben, habe aber im Moment, uni-gestresst wie ich bin, einfach nicht den Kopf dazu mich hinzusetzen und die Argumente auseinander zu pflücken. Im Grunde stimme ich dir, HR, absolut zu, möchte aber doch einmal fragen wieso Alice Schwarzer von so vielen immer als Negativbeispiel gebracht wird.

  16. Gravatar von HR

    HR

    Ich muss ehrlich gestehen dass ich Alice Schwarzer nach meiner eigenen Einschätzung nicht genau genug kenne um mir eine wirklich differenzierte und eigene Meinung zu ihr gebildet zu haben. Aber sie polarisiert, und deswegen steht sie in meinem Post.
    Zweifellos wäre die Feminismusdebatte ohne sie nicht an dem Punkt, an dem sie heute steht (auch wenn von vielen Seiten immer wieder Angriffe kommen), dennoch vermute ich dass die an ihr geübte Kritik nicht ganz substanzlos ist.
    Als aktuelles Beispiel kann z.B die Entlassung von Ortgies als Chefredakteurin der “Emma” angeführt werden. Sicherlich sind viele Kritikpunkte die gegen Frau Schwarzer angeführt werden haltlos, persönlich motiviert oder schlicht und einfach pure Verleumdung, ein Punkt den ich aber als gerechtfertigt ansehe ist der von ihr in Anspruch genommene “Alleinvertretungsanspruch” des deutschen Feminismus und, vielleicht in geringerem Maße die Einengung des Blickwinkels in Hinsicht auf die männlichen Aktivitäten im “Geschlechterkampf” auf die Täterrolle.

    Und zu allerletzt kommt hinzu dass sie Werbung für die BILD gemacht hat. Dass sie das getan hat kann ich auch mit noch so viel Erklärungsversuchen nur als Schritt in die falsche Richtung ansehen.

    Grüße, HR.

  17. Gravatar von HR

    HR

    Nachtrag:
    Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es schwer ist, eine andere Sichtweise und feministische Theorie als die Alice’ Schwarzer in Deutschland zu vertreten ohne von ihr auf das stärkste kritisiert zu werden. Das führt zu einer künstlichen Schmälerung des Diskussionsspektrums und engt somit auch die möglichen Lösungsansätze, die nötig sind um die Geschlechterrollen in Deutschland aufzubrechen und zu modernisieren, unnötig ein.
    Sie nimmt mit ihrer Position meinem Empfinden nach zu viel Platz in der Vertretung der feministischen Interessen in der Öffentlichkeit ein.
    Das kann man jedoch nicht (oder nicht nur) ihr persönlich anlasten, das ist ein Phänomen der Medienkultur, die leise Zwischentöne ignoriert und statt auf Konsens auf Konfrontation setzt. Sie ist so gesehen eine Gefangene im Medienzirkus, aber gerade von Frau Schwarzer könnte man erwarten dass sie sich dieser Verwertungsmechanismen verweigert.

    Aber um den Gedankenaustausch wieder auf das Thema zurückzuführen und nicht in Nebenschauplätze abwandern zu lassen möchte ich auf ein kleines Büchlein aufmerksam machen: “Marxismus und Frauenbefreiung” http://www.edition-aurora.de/buecher/marxfrau.htm

    Wer sich nicht von dem Wort Marxismus abschrecken lässt und kritisch lesen kann (einige Passagen zur Arbeiterklasse und zur “Revolution” sind meiner Meinung nach einfach nicht mehr zeitgemäß und lenken vom eigentlichen Thema ab) bekommt für 6€ einige sehr interessante Denkanstöße und historische Einblicke.

  18. Gravatar von Raupe Nimmersatt

    Raupe Nimmersatt

    Alice Schwarzer ist wirklich ein absolutes Negativbeispiel und wahrscheinlich auch ein Grund dafür, warum Feminismus bei vielen Männern schlecht aufstößt. Sie bleibt einfach nicht bei Fakten. Alles, was irgendwie schlecht dargestellt werden kann wird den Männern in die Schuhe geschoben. Die Frau ist ca. der allergrößte Chauvinist, der rumläuft! Selbst das Gruscheln im StudiVZ ist ihrer Meinung nach wieder nur ein Versuch der Männer, Frauen zu belästigen. Die Frau hat nen totalen Knall.

    Auch in Interviews versucht sie, anderen den schwarzen Peter zuzuschieben. Oftmals schafft sie das, weil sie sehr souverän auftritt. Die kann mit absolutem Halbwissen und den blödesten Argumenten daher kommen und trotzdem stehen die anderen oft schlecht dar, alleine weil sie fiese Fangfragen stellt. Wenn sich ihr mal jemand in den Weg stellt und ihre Moral infrage stellt, steht sie aber sehr schnell selbst dumm da.

    Außerdem wäre die Frau nicht so eine Zicke, wenn sie hübsch wäre.

    @ HR: Mir haben deine Beiträge gefallen. Ich denke, wir sind uns relativ einig. Das Rollendenken ist sicherlich etwas, das zu Ungerechtigkeit führt. Vorurteile führen oftmals zur Benachteiligung von Frauen. Allerdings ist die Frage, wieviele der Vorurteile keine haltlosen Vorurteile, sondern Realität sind. Darüber kann man mit Sicherheit ewig streiten. Das halte ich aber für dämlich. Jedem soll die Chance gewährt werden, sich zu beweisen. Wenn man das allerdings nicht schafft, sollte man es sich zweimal überlegen, ob es dann daran liegt, dass der Gegenüber sexistisch ist.

  19. Gravatar von Miriam

    Miriam

    “Außerdem wäre die Frau nicht so eine Zicke, wenn sie hübsch wäre.”

    Alter Schwede, was ist denn das bitte für eine Aussage?? Damit hast du gerade in meinem Augen zehn Kilo Kompetenz verloren.

    Dass Alice Schwarzer ihre Fehler hat, das kann ich natürlich nicht bestreiten. Aber ich denke, wenn du so lange für die Sache des Feminismus kämpfst und immer wieder zurück geworfen wirst, dann kann man auch irgendwann voreingenommen gegenüber Männern werden. Man muss einfach dahinter blicken, denn in Ansätzen hat sie sicherlich mit vielem recht.
    Auch wenn die Bild-Kampagne wirklich ein riesen Fauxpas war, in meinen Augen war das reines Egostreicheln.

  20. Gravatar von HR

    HR

    Es geht ja nicht nur darum ob sie in ihren Ansätzen Recht hat, sondern dass man ihr vorwerfen kann anderen bei der Weiterentwicklung dieser Ansätze im Wege zu stehen.
    Das Feminismus ein ziemlich aufreibender “Kampf” sein kann und die Rückschläge einen verändern, sturer werden lassen, kann man natürlich als Erklärung (und auch Entschuldigung) für ihr Verhalten anführen, dennoch sollte man es in angemessener Form - nicht so wie Raupe - kritisieren.

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