Alte Geschichten
Tagebuch schreiben ist was feines. Ich bekenne mich hiermit als jahrelange Ego-Chronologistin - besonders während meiner Teenie-Zeit gab es kaum eine Gefühlsregung die von mir nicht schriftlich festgehalten wurde. Inzwischen schreibe ich nicht mehr, aber herauskramen tu ich die alten Tagebücher ab und zu ganz gerne. Das ist lustig - man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll, am liebsten würde man sich fremdschämen, aber leider ist diese fremde Person in den Büchern das eigene Ich und darum fühlt man ein wenig zu sehr mit als sich Scham erlauben zu können - ein merkwürdiges Gefühl. Vorhin stieß ich auf ein besonders hübsches Paradebeispiel pubertären Depri-Kultes:
Montag, 26.2.2001
Was gibt’s zu erzählen?… nichts. Super. Bin deprimiert. Mir ist langweilig. Ich weiß nicht was ich machen soll. Aber sonst gehts mir echt gut. Haha. Ach nee, helau mein ich. Hab ich das nicht schonmal geschrieben? *g* Was gibts zu erzählen? Nichts. [Freundin] smst nicht, [Freundin] smst nicht und sonst auch keiner. […]
Ich musste laut lachen, als ich das gelesen hab. Hey, man muss bedenken, da war ich sechzehn Jahre alt und in tiefster Pubertät gefangen. Auch lustig ist es im Nachhinein zu sehen, das ungefähr alle zehn Seiten ein neuer Junge glühend heiß verehrt wird, nur um zehn Seiten weiter als totaler Blödmann verissen zu werden. Achja, das waren noch Zeiten…
Vreni
11. August 2007 um 15:26 Uhr
Kenn ich nur zu gut :D Unglaublich, mit welch großen Problemen man sich damals rumgeschlagen hat ;)
Martin Labuschin
11. August 2007 um 17:21 Uhr
Ich hoffe, ich habe mehr als 10 Seiten ohne “Blödmann” überstanden :D
Jeriko
12. August 2007 um 17:41 Uhr
Was steht denn am am 25. Oktober 2006 drin? :-)
Miriam
12. August 2007 um 22:41 Uhr
Hihi also zu dem Zeitpunkt hab ich schon nicht mehr geschrieben - aber wenn dann hätte da natürlich drin gestanden “ausgesprochen gut aussehenden Blogger bei ausgesprochen geilem Konzert getroffen, der mich mit seinem nachträglichen rätselhaften Kommentar ziemlich verwirrt hat” *schleim* :)