Die EU, mein Freund und Helfer
Hab ich nicht letztens noch meine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, wie sexistisch Werbung immernoch ist? Das EU-Parlament hat offensichtlich das gleiche gedacht, und will jetzt dagegen vorgehen. Die Frage ist allerdings, wie wirksam so eine Initiative sein kann, denn ich kann mir vorstellen, dass sie auf viel Ablehnung von allen Seiten stoßen wird. In meiner Umgebung kenn ich gerade einmal zwei Mädels, die es genauso befremdlich finden wie ich, dass zum Beispiel ein Internet- und Telefonanbieter ein Model zum Verkauf anbietet, oder ein Baumarkt ein Playboy-Bunny rumträllern lässt, das offensichtlich den Kontrast zur riesigen Kompetenz der freundlichen (männlichen) Mitarbeiter darstellen soll. Einmal Mittelalter hin und zurück bitte, Fensterplatz und Steckdose, danke. Ich verstehe nicht, wie man soetwas unproblematisch und lustig finden kann, aber das ist die allgemeine Reaktion darauf. Vielleicht schafft die Initiative des Parlaments ja wenigstens ein bisschen mehr Problembewusstsein, das wär dringend nötig.
.bruder
5. September 2008 um 19:30 Uhr
fand das ganze als ich es aus dem radio erfuhr ziemlich bescheuert. bis ich fünf minuten später eine waschmittelwerbung gesehen habe. aber was ist mit der freiheit der kunst? und wer entscheidet bitte was sexistisch, was diskriminierend und was einfach nur avantgarde ist? da wühlt die krake bürokratie in gewässern welche für tintenfische eigentlich tabu sein sollten PUNKT
Miriam
6. September 2008 um 21:20 Uhr
Was was was wo ist denn hier Kunst betroffen? Können Indoktrinationsmechanismen des Kapitalismus wirklich als Kunst bezeichnet werden? Wo ist deine romantische Ader geblieben, Bruder? Wer entscheidet was sexistisch bzw. diskriminierend ist: Die Betroffenen. Welche Aussage als beleidigend empfunden wird, kann nicht der entscheiden, der die Aussage äußert sondern der den sie betrifft. Also ein feministisch-emanzipatorisches Kartell unter Leitung unserer heldenhaften Ikone Alice. Jawoll :)
.bruder
7. September 2008 um 15:14 Uhr
Sicherlich sind diese Propagandastreifen zur überwiegenden Mehrheit schlicht Scheiße, aber inmitten dieses ganzen Abfalls befindet sich doch auch die ein oder andere Perle. :)
Kann dir das Buch 39,90 nur ans Herz legen, da gibt es so eine Joghurtwerbung wo sich das Model genüsslich damit einschmiert. Also für mich ist das Kunst. ;D
Und überhaupt: Fuck Alice! War das nicht außerdem ein Internetanschluss? :D *duck und renn*
.bruder
12. September 2008 um 16:52 Uhr
Hey, Ich will diskurs!
Geh gefälligst auf mein polemisches gedisse ein oder ich hau dich! :P
Miriam
13. September 2008 um 20:41 Uhr
Der Herr wünscht einen Diskurs? Den bekomme er, jedoch lieferte er mir zuwenig Argumente um darauf genauer einzugehen :)
Die ein oder andere Perle mag vorhanden sein, jedoch ist unter diesen sicherlich nichts sexistisch oder sonst wie diskriminierendes. Wenn man einen Joghurt verkaufen möchte und das mit diesem doch sehr platten Bild tut, halte ich das für schlichte testosterongesteuerte Einfallslosigkeit. Aber vieles das sich Kunst schimpft könnte ja ebenso betitelt werden. Und des weiteren sag ich nur: PorNO! :D
HR
14. September 2008 um 20:11 Uhr
PROPorn.
Gegen die Unterdrückung der menschlichen Sexualität durch Prüderie, Bigotterie und mittelalterliche “Moral”-Vorstellungen.
Ich wollte auch mal beim Diskurs mitmachen.
Miriam
14. September 2008 um 20:49 Uhr
Hehe :)
Ich würde noch gerne anmerken, dass ich auch gegen die Untedrückung der menschlichen Sexualität durch Prüderie, Bigotterie und mittelalterliche “Moral”-Vorstellungen bin (und das war jetzt handgetippt, nicht copy&paste ;) ), aber eben auch Anti-Porno. Was sich je nach Definition ganz sicher nicht ausschließt.
HR
15. September 2008 um 08:41 Uhr
Ich wollte dir auch keineswegs unterstellen dass du aus oben angeführten Gründen gegen Pornos Stellung nimmst. Aber es würde mich schon interessieren wie dein letzter Satz (”Des weiteren…”) mit der EU-Initiative zusammenhängt.
Objektcharakter der Frau? Oder etwas anderes?
Grüße, HR.
Miriam
16. September 2008 um 17:22 Uhr
Hm, also primär war das eher ein Seitenhieb gegen meinen Bruder, mit dem ich zu diesem Thema eine kleine Meinungsverschiedenheit hab, auf die er mit dem Joghurtfrau-Beispiel angespielt hat :) Bei PorNO geht es ja eher um sexualisierte Gewalt … wobei diese Joghurtfrau-Werbung vielleicht tatsächlich als eine Art Vorstufe gelten kann, da diese interessante Angewohnheit eine Frau nicht als Mensch sondern als verfügbares Objekt darzustellen hier ja eindeutig angewandt wird, genauso wie bei vielen anderen der extrem sexistischen Werbungen.
Miriam
16. September 2008 um 19:55 Uhr
Kurze Ergänzung: Ich hörte gerade von einem Besudelungstrieb (Freud und mein Bruder lassen grüßen ^^), also letzterer (Bruder) fände es jedenfalls nicht unbedingt unanregend sich von oben bis unten mit Joghurt einzuschmieren. Den Vorwurf der Vorstufe sexualisierter Gewalt nehme ich also unter Umständen bezüglich dieser speziellen Werbung zurück.. :) (demütigst)