Die Kunst des Verlaufens

Man soll ja keinen Männern trauen, die sagen, sie wüssten den Weg. Männer sind die Könige des Bluffens und zudem meist noch so überzeugt von ihrem Orientierungssinn, dass sie vermutlich sogar tatsächlich selbst daran glauben. Ich muss zugeben, in einer so großen Stadt wie Köln kann es schnell mal passieren dass man irgendwie die Richtung verliert. Und manchmal führt einen das Verlaufen sogar an einen viel richtigeren Ort, als den wo man eigentlich hin wollte. So der Herr L. und ich gestern.

Zu Beginn des Weges wollten wir noch zu einem mir unbekannten Kneipenviertel, welches sich allerdings ominöserweise nicht dort befand, wo der Herr L. es zuletzt wohl durchquert hatte. Aus Mangel an kneipenähnlichen Gebilden und einem Überfluss an Kälte entschieden wir dann den sicheren Weg in Richtung Herrn L.’s Wohnung und einer dort in der Nähe schon gesichteten Kneipe zu gehen. Als die nach halbstündigem Winterspaziergang erreichte Hauptstraße, die die sein sollte wo wir hin wollten, sich als eine ganz andere herausstellte, (”Und du bist sicher, dass das der richtige Weg ist?” – “Ja, ganz sicher” – “Wenn nicht, dann lach ich dich aus.” – “Ok. … Waaaas hier sind wir??”) erinnerte sich der mit den Vorlieben seiner Liebsten durchaus vertraute Herr L. an einen an dieser anderen Straße gelegenen Irish Pub, den wir natürlich sofort ansteuerten (und dank Sichtweite auch nicht verfehlten). Tja, und dieser Irish Pub stellte sich als der beste Ort heraus, an dem wir an dem Abend hätten sein können. Es war wunderbar! Irisches Bier und Metal, was will man mehr! :D Man sollte sich wohl öfter mal verlaufen.

(Zu Herrn L.s Verteidigung (bzw. zur Vorbeugung von Schlägen ^^) muss ich noch anmerken, dass die Straße, die sich als die falsche herausstellte, eigentlich doch die richtige war, wir nämlich bloß nicht wussten, dass sie in die gesuchte Straße sozusagen mündet. Also doch nicht wirklich verlaufen, nur etwas verwirren lassen.)

3 Kommentare

  1. Gravatar von Miriam

    Miriam

    Ich bin übrigens beleidigt, dass der Titel “Die Kunst des Verlaufens” als ähnliche Artikel einen mit Titel “Frauenpower” generiert. Hmpf -.-

  2. Gravatar von Bastian

    Bastian

    o.O
    Hast Du den letzten Artikel doch rausgenommen?

  3. Gravatar von Miriam

    Miriam

    Ich hatte gestern ein Schlüsselerlebnis mit einem Emma-Artikel über den Kongo. Es gibt soviel Grauen auf der Welt, da ist es wirklich die Spitze der Arroganz über dämliche, von erfundenen Horrorfilmen motivierte Luxus-Alpträume zu schreiben. Und darum musste ich den Artikel wieder rausnehmen. Wie pervers ist das übrigens: Wir leben in so einer Regenbogen-Blubberblasen-Welt, dass wir uns erfundene Grausamkeiten anschauen müssen um wenigstens n kleinen Kick zu kriegen. Bah. Das Leben ist unfair. (Weniger unfair, als vielmehr unbegreiflich, vielleicht.)

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