Die Kunst des Verlaufens
Man soll ja keinen Männern trauen, die sagen, sie wüssten den Weg. Männer sind die Könige des Bluffens und zudem meist noch so überzeugt von ihrem Orientierungssinn, dass sie vermutlich sogar tatsächlich selbst daran glauben. Ich muss zugeben, in einer so großen Stadt wie Köln kann es schnell mal passieren dass man irgendwie die Richtung verliert. Und manchmal führt einen das Verlaufen sogar an einen viel richtigeren Ort, als den wo man eigentlich hin wollte. So der Herr L. und ich gestern.
Zu Beginn des Weges wollten wir noch zu einem mir unbekannten Kneipenviertel, welches sich allerdings ominöserweise nicht dort befand, wo der Herr L. es zuletzt wohl durchquert hatte. Aus Mangel an kneipenähnlichen Gebilden und einem Überfluss an Kälte entschieden wir dann den sicheren Weg in Richtung Herrn L.’s Wohnung und einer dort in der Nähe schon gesichteten Kneipe zu gehen. Als die nach halbstündigem Winterspaziergang erreichte Hauptstraße, die die sein sollte wo wir hin wollten, sich als eine ganz andere herausstellte, (”Und du bist sicher, dass das der richtige Weg ist?” – “Ja, ganz sicher” – “Wenn nicht, dann lach ich dich aus.” – “Ok. … Waaaas hier sind wir??”) erinnerte sich der mit den Vorlieben seiner Liebsten durchaus vertraute Herr L. an einen an dieser anderen Straße gelegenen Irish Pub, den wir natürlich sofort ansteuerten (und dank Sichtweite auch nicht verfehlten). Tja, und dieser Irish Pub stellte sich als der beste Ort heraus, an dem wir an dem Abend hätten sein können. Es war wunderbar! Irisches Bier und Metal, was will man mehr! :D Man sollte sich wohl öfter mal verlaufen.
(Zu Herrn L.s Verteidigung (bzw. zur Vorbeugung von Schlägen ^^) muss ich noch anmerken, dass die Straße, die sich als die falsche herausstellte, eigentlich doch die richtige war, wir nämlich bloß nicht wussten, dass sie in die gesuchte Straße sozusagen mündet. Also doch nicht wirklich verlaufen, nur etwas verwirren lassen.)
Miriam
7. Januar 2010 um 17:44 Uhr
Ich bin übrigens beleidigt, dass der Titel “Die Kunst des Verlaufens” als ähnliche Artikel einen mit Titel “Frauenpower” generiert. Hmpf -.-
Bastian
14. Januar 2010 um 00:33 Uhr
o.O
Hast Du den letzten Artikel doch rausgenommen?
Miriam
14. Januar 2010 um 10:41 Uhr
Ich hatte gestern ein Schlüsselerlebnis mit einem Emma-Artikel über den Kongo. Es gibt soviel Grauen auf der Welt, da ist es wirklich die Spitze der Arroganz über dämliche, von erfundenen Horrorfilmen motivierte Luxus-Alpträume zu schreiben. Und darum musste ich den Artikel wieder rausnehmen. Wie pervers ist das übrigens: Wir leben in so einer Regenbogen-Blubberblasen-Welt, dass wir uns erfundene Grausamkeiten anschauen müssen um wenigstens n kleinen Kick zu kriegen. Bah. Das Leben ist unfair. (Weniger unfair, als vielmehr unbegreiflich, vielleicht.)
Aussteiger
17. April 2010 um 19:29 Uhr
Ja unsere schöne blubberblasenwelt.Leben wir doch eh alle in ‘’spätrömischer Dekadenz”.
Wenn man sich mal die Gesellschaft in der wir Leben vor Augen hält fällt auf das eigentlich alles irgendwie genormt ist..-und das ist wirklich pervers.Wer kann sich denn wirklich nach seinen Fähigkeiten entwickeln?Jeder wird in Bahnen gelenkt und sieht dann zu das er seine Arbeit gut macht,Pluspünktchen beim
Chef einschleimt und Abends artig noch zum Sportverein usw. geht.Bloß nicht die Gesellschaftsordnung in Frage stellen.
”Brot und Spiele für das Volk”
Allein das Schulsystem ( wie ich es noch von ”Früher” kenne )
-Hauptschule- Handwerker
-Realschule- Bürokaufirgendwas
-Abi – evtl.Studium..aber bitte was ”Solides”
Eigentlich geht es schon früher los-Kind hat gefälligst ab 3 in den Kindergarten zu gehen.
Da können wir noch viel von Naturvölkern lernen-die glücklichsten Menschen auf dem Planeten ( so lange sie noch nicht ausgebeutet usw. wurden )
Psychatrien sind überfüllt-siehe Zivilisationskrankheit Depression, jobs im Sozialen Bereich sind gesucht wie nie.Aber auch dort wird privatisiert um Geld zu machen.
usw usw….und solange das Volk weiter verdummt und sich über noch dümmere aufregen kann freuen sich die Lenker ( also dort wo Macht und Kapital steckt ) das ihr ”Plan” aufgeht und das zurechtgenormte Volk glücklich und satt in seiner rosa Erdbeerwelt lebt….-bloß nix wagen,bloß nicht seinen eigenen Weg gehen ( also den wirklich eigenen ) und immer schön stille sein..ab und an mal ne kleine Demo oder nen Protestbrief an die BLÖD…und jut is.
Vieles wird an die nächste Generation weiter gegeben-du hast so zu funktionieren,das ist richtig das ist falsch,usw usw…
Das wichtigste was wir für eine wirklich gesunde Gesellschaft tun können ist unseren Kindern wirklich wichtige Werte zu vermitteln,fördern!! und natürlich auch fordern.Bei einem Kind das viel Liebe und Sicherheit erfährt ist der Grundstein für eine gesunde Entwicklung schon gelegt.
Wie scheinheilig und dumm die ”Zivilisierte” Welt ist zeigt sich gut an den Problemen die die Kirche gerade hat.
Wie auch immer…..Fakt ist ( und das zeigt u.a. das Verhalten der Banken und Manager die aus der Krise nichts gelernt haben ) das es in unserer nocherdbeerwelt nicht besser werden wird solange in der Politik alles so weiter läuft wie eh und je…
Gruß von einem der seinen eigenen Weg geht…und es geht ;-)
hana
15. Mai 2010 um 14:14 Uhr
absolut richtig was du schreibst !!! hat gut getan, das zu lesen und nun zu wissen nicht die einzige zu sein, die so denkt ^^